in Politik

Die wirtschaftliche Gesamtentwicklung der Stadt ist mit einem Wachstum von durchschnittlich 5% im Jahr äußerst erfreulich. Anlass zur Diskussion ist immer wieder die Innenstadt. Hier sind wir noch icht dort wo wir sein sollten. Ein paar Gedanken dazu:

Von Frequenzeinbußen und Leerständen sind viele  Innenstädte betroffen. Es ist kein Schwaz spezifisches Problem. Die Gründe sind vielfältig. Von einer verfehlten Raumordnungspolitik vergangener Tage (Einkaufszentren am Stadtrand) über Angebote in den Seitentälern bis hin zu den Herausforderungen des Handels durch das Internet. Es wäre daher fatal die Lösung in erfolgreichen Konzepten der 60er und 70er Jahre zu suchen oder sich einzig auf den Handel zu konzentrieren.

Zur Situation in Schwaz. Die Innenstadt besteht bei uns aus den beiden Bereichen „Altstadt“ und dem EKZ „Stadtgalerien“. Beiden bilden ein Ganzes und sollten sich als solches nach innen und außen präsentieren. Gemeinsame Abendshoppings sind erste sichtbare Zeichen der Zusammenarbeit.

Während Einkaufszentren zentral gemanagt und finanziert werden, ist die Situation in der Altstadt weitaus komplexer. Dort treffen die Interessen von Hausbesitzern, Geschäftsbetreibenden, Anwohnern und der Politik aufeinander. Noch fehlt die Geschlossenheit die Probleme gemeinschaftlich anzugehen. Selbst innerhalb der Kaufmannschaft sind gemeinsame Öffnungszeiten oder Fußgängerzonenregelungen umstritten. Der neue gegründete Verein der Innenstadtkaufleute nimmt sich dieser Fragestellungen an und arbeitet am WIR-gefühl der Kaufmannschaft.

Oftmals gewinne ich den Eindruck als obliege die Besiedelung der Geschäftsflächen einzig bei der Politik. Dem ist nicht so. Mit dem Mietfördermodell haben wir zwar Rahmenbedingungen geschaffen, die eine möglichst rasche Nachbesiedelung ermöglichen, die Letztentscheidung liegt jedoch immer beim Eigentümer (Hausbesitzer). Unser Modell sieht vor, dass unternehmerisch denkende Menschen bei uns in Schwaz attraktive Flächen zu erschwinglichen Konditionen (Mietpreis ist mit max. 12 Euro gedeckelt) und ohne Provision beziehen können und dabei, je nach Erfüllung der Kriterien, bei den Mietkosten im ersten Jahr (gedeckelt mit max. 8000,- euro) unterstützt werden. Wettbüros oder Ketten haben wir nie unterstützt. Wenn jedoch Eigentümer und Mieter vertraglich übereinkommen, hat die Politik keinen Einfluss. Die Rolle der Politik sehe ich in der Gestaltung des öffentlichen Raumes, des Verkehrs, der Rahmenbedingungen und einer übergeordneten Strategie an der sich alle Prozessteilnehmer orientieren können.

Jede gesetzte Maßnahme muss dazu beitragen die Attraktivität, die Frequenz und die Verweildauer in der Stadt zu erhöhen und damit die Wertschöpfung zu steigern. Alleine mit der  eigenen Bevölkerung wird dies nicht gelingen. Wie schaffen wir es, dass von den 1,7 Mio. Gästen (8,8 Mio Nächtigungen) im Bezirk einige auch unsere Altstadt besuchen? Die Strategie „Silber 9010“ befasst sich derzeit damit.

Und noch ein Wort zur Gastronomie. Ich habe bereits vor 4 Jahren die Anzahl der Sitzplätze in der Gastronomie im Zentralbereich der Stadt erhoben. Ohne Freiplätze waren es damals (inkl. den Galerien) ca. 1800. Nicht dabei die Gastronomiebetriebe an den Rändern der Stadt wie (Innside / Knappenkuchel / Tenniscenter Silberberg / Interspar / usw.) Mit ihnen sind es über 3000. Für eine Stadt mit 13.000 Einwohnern zu viel. Vor einer Marktbereinigung habe ich seit damals gewarnt.  Hier gilt, wie generell, dass jene überleben werden, welche kompetent und freundlich das Besondere bieten.

Ihre Nachricht

Sie haben eine Idee oder ein Anliegen? Ich freue mich über Ihre Kontaktaufnahme:

Text nicht lesbar? Neu laden. captcha txt